Sponsored Video – A Class with Patrick Vieira

Für mich geht es jetzt nach zwei Wochen Regeneration langsam zurück ins Wintertraining.
Unspezifisch Trainineren ist das Motto jetzt. Das heisst zum Teil auch Alternativsport.
So fördere ich nebenbei auch die Fußballkünste meines Sohnemanns. Genauso wie Western Union sich neuerdings auch im Bereich Fußball und Schulförderung engagiert.
Dazu ein kleiner Clip mit dem französischen Weltmeister von 1998 Patrick Vieira:

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BerlinMan 2012 – Der lange Sonntag zum Erfolg

Und was für ein langer. Noch nie in meinem Leben war ich so lange am Stück sportlich unterwegs. Dass meine Nikotin geplagte Lunge und mein 40jähriges Herz das ausgehalten haben grenzt an ein Wunder! Doch für den zweijährlich stattfinden BerlinMan musste ich mich zusammenreissen. In meinem ersten Jahr als Triathlet stand immerhin der Saisonhöhepunkt an, es sollte zum ersten Mal eine Mitteldistanz (2,2km Schwimmen, 90km Rad, 20km Laufen) werden!

Triathlon ist gesünder als Marathon

Ich hatte schon beim meinem ersten Triathlon vor vier Monaten geschrieben, das Triathlon eine andere Hausnummer ist als reines Laufen. Und das war in der Jedermensch Variante. Jetzt habe ich noch dazu die Erfahrung gemacht, wie unterschiedlich der Körper auf die verschiedenen Distanzen reagiert. Und ich muss einfach nur sagen: Wow!
Es ist heute der Tag danach und ich fühle mich zwar ein bisschen müde und schlapp, bin aber schon im Zug unterwegs nach Hamburg. Die befürchtete Steifigkeit, das Treppenrückwärtslaufen, nicht aus dem Bett kommen, Muskelkater, Rückenschmerzen, Blasen an den Füßen und, und, und … was man sonst so kennt, ist nicht da. Müdigkeit ja, schlaffe Beine auch. So muss ich also schon resümieren dass im Verhältniss zum Marathon mir Triathlon gesünder vorkommt. Die Belastung verteilt sich halt besser auf den ganzen Körper.

Blicken wir zurück

Ursprünglich war für dieses Jahr ja was anderes geplant. Erinnern wir uns an Dezember 2011, wo ich mir aus heiterem Himmel einen Innenmenisskussriß links zugezogen hab. Bei einem lockeren Läufchen. Zuerst eine richtige Diagnose durch den Hausarzt mit Überweisung an ein Krankenhaus, wo der auf Drogen stehende und übermüdete Unfalldoc dann doch eine Fehldiagnose stellt, wo es hieß ich hätte nur eine Bänderdehnung. Nach einem sehr langsam Heilungsprozess für eine Bänderdehnung (wie sollte es auch anders sein) endlich ein besonnener Vertretungsarzt der mich endlich zum MRT überweist.  Als ich dann mit den Bildern da stehe, empfängt mich der operationswütige Stammarzt der sich nicht mal die Bilder anschaut einen kurzen Blick auf das Diagnosenschreiben schickt  und mich zur OP drängt! Am besten morgen. Ich bin schon fast bereit ja  zu sagen, bis ihm ein kleiner Fehler passiert. Er sagt: „Das habe ich Ihnen doch schon alles beim letzten Mal gesagt.“ — Hallo, denke ich mir. Wir sehen uns heute zum ersten Mal. Zuvor war ich beim Vertretungsarzt. In der Folge suche ich Dr. Merretig (selber Triathlet) auf, zahle privat und lass mich beraten. Seine Aussage, den Riß kann man, muss aber nicht operieren. Ich habe folgende Optionen:

1) Gesundheitssportler werden und Marathon und ähnliches abschreiben

2) wenn ich weiter  auf dem Niveau trainieren will, soll ich auf Triathlon umsteigen

3 ) Ich soll mich auf die Schulmedizin verlassen und unters Messer, dann entscheiden was geht.

Der Ausgang ist bekannt. Raucherlunge Milosz wurde also Triathlet. Ursprünglich hatte ich ja noch gehofft den Marathon Ende September laufen zu können, aber das Knie schickt doch ab und zu ein paar kleine Warnzeichen, die ich jetzt nicht ignoriere. Lauftechnisch bin ich bin jetzt wieder soweit, dass ich einen Halbmarathon problemlos durchlaufen kann. Besonders seitdem ich die Aspirin und Voltaren Pillen weglasse und meinen Körper wieder spüre beim Sport. Aber wie schon im letzten Post geschrieben, habe ich vorsichtshalber Tempodauerläufe und Intervalle und Koppeltraining weg gelassen. Die Umfänge wurden über das Jahr schon größer, aber wie gesagt weit unter dem was man für eine Mitteldistanz machen sollte.

Aber nun zum BerlinMan

So kam ich nun eher mäßig vorbereitet zum zu meiner ersten Mitteldistanz. Habe in der gesamten Woche davor fast nix gemacht. Hatte ja auch meinen 40sten am Dienstag. Da gab es also ein paar Bier mehr. Am Freitag war ich 22km auf der Rolle, aber mehr um die Radeinstellungen zu verfeinern und Samstag war ich mit meinem Sohn schwimmen, wo ich nebenbei ein paar 100m Bahnen gezogen habe. Die Aufregung am vorabend war auch groß, da gabs dann auch ein paar Bier.. Naja, bin dann wohl so um 1 Uhr nachts eingepennt. Um 5:30 klingelte dann auch schon wieder der Wecker. Alle Sachen waren schon vorbereitet. Frühstück habe ich mir auch schon am Abend gemacht gehabt. Falls sich manche fragen, wo denn Frau Doktor war, so sei bemerkt, dass ich bis auf weiteres wieder bei mir wohnen will. Die Zukunft ist ungeschrieben.

So schlüpfte ich morgens ohne weiblichen Beistand in die zurechtgelegten Klamotten, sprang aufs Rad und begab mich mit den Öffis nach Wannsee. Die Fahrt dauert lange und ich wurde wieder müde. Zumal ich beim Umsteigen gut 25 Minuten warten musste. Die S-Bahn ist ja noch im Wochenendnachtmodus. Da es kalt war, und ich mich ein bisschen in Stimmung bringen wollte, hab ich angefangen einsam auf dem Bahnsteig zu tanzen zur Musik in meinem mp3 Player. Aber einsam war ich wohl nur die ersten Minuten, da langsam andere Triathleten auf dem Bahnsteig auftauchten. Nach dem üblichen Plausch im Zug, wo ich meine bescheidenen Ambitionen von hoffentlich unter 6h bekräftige, folgt der Checkin in die Wechselzone. Mittlerweile ist mir alles vertraut, und ich schaffe alles in einer konzentrierten Aufgeregtheit. Dass ich aufgeregt bin merke ich daran, dass ich permanent schlechte Witze über meinen Einschlafbierkonsum am Vorabend mache. Achim, den ich im Vorfeld der Vorbereitung mit meinen Ängsten und Sticheleien so schön motiviert habe, findet sogar Erwähnung dafür in seiner Kolumne. In der Wechselzone begegnen mir noch diverse andere Sportsfreunde (Joachim, Alex, Jan…) nur Bloggerfreundin Nadin entdecke ich nicht.

SWIM

Um 08:10 gehen wir alte Männer gemeinsam ins Wasser, ich bin in der dritten Startwelle. Für das Schwimmen habe ich mir Ruhe und Konzentration vorgenommen. Alles ruhig angehen lassen, es wird schließlich noch ein langer Tag!

Und so passiert es auch, das Starterfeld ist breit und es ist genug Platz da ohne dass man sich zu viel treten und hauen lassen muss. Aber auch da wo es eng wird schaffe ich es ruhig weiter zu schwimmen. Bis auf das übliche Gedränge bei den Bojen, wo ich wie üblich ein bisschen Zeit lasse, kann ich gut unter einer 2min Pace auf 100m schwimmen, auch wenn ich nie versucht habe am Anschlag zu schwimmen. Ich muss auch nie Brust schwimmen. Und am Steg angekommen, denke ich mir dass da von der Distanz her noch mehr drin wäre.

Aus dem Wasser geht es dann die gefürchteten 90 Stufen hoch zur Wechselzone. Die gehe ich ganz gemütlich hoch und trabe erst kurz vor der Wechselzone an. Wie gesagt, es wird noch ein langer Tag und als nächstes folgt ja meine schwächste Disziplin.

T1

Neo macht keine Probleme, Socken weggelassen, kleines Gedränge beim Aufsteigen, aber alles easy.

BIKE

Hier war doppelt Ruhe angesagt. Ich habe die Havelchaussee nur ein einziges Mal vorher mit 4 Runden absolviert. Und das in die andere (leichtere Richtung). Auch habe ich damals das Kopfsteinpflasterstück umfahren. Es sei auch hier nochmal an den Mangel an längeren Ausfahrten erinnert. Den Willi zum Grunewaldturm hoch im leichtesten Gang und einfach mal erdulden, dass man überholt wird. Runter dann kurz ausruhen und mit Mut Speed aufnehmen für die nächste Steigung. Kopfsteinpflaster als Massage für die Muskulatur nutzen. Auf der Krone in den Ausdauermodus schalten und 2km bevor es wieder auf die Havelchaussee geht noch schnell ein Gel nehmen. Trinken sobald der Körper das leichteste Signal dazu gibt. Und es ging gut. Erst in der letzten Runde merke ich Ermüdungserscheinungen in der Muskulatur und trete ein bisschen lockerer. Aber das kann ich auch, denn die Zeit bis dahin ist weit über meinen Erwartungen! :-)

Der Sturz

Letzte Runde auf der Krone passiert es dann. Ich überrunde Joachim. Hat er gestern noch nicht noch auf FB geschrieben, wenn ich mir weiter so in die Hosen mache, wird er mich auf jeden Fall einsacken. Ich drehe mich noch um und rufe was mit Ihm geht. Er ruft zurück: Vorsicht, ich fahre von der Bahn ab. Und so kommt’s auch, ich bin auf einmal neben der Strasse, ziehe wieder rauf, dann wieder runter und wieder rauf und wieder runter und wieder rauf und beende das Slalomkunststück mit einem Sturz auf die linke Seite. Es macht Rumms! Ich weiß erst mal nicht wie mir geschieht! Automatisch stehe ich sofort auf um nicht von den hinteren mir kommenden Sportlern angefahren zu werden. Der erste Gedanke, wo habe ich Schmerzen? Der zweite, ist das Bike heil? Schmerzen habe ich, aber nur äußerlich, die Gelenke bewegen sich ohne Warnsignale. Das Bike scheint heil. Ich springe aufs Rad, und will wieder los, aber das Rad will erst mal wieder Richtung Graben, also nochmal. Beim zweiten Mal klappt es besser. Jetzt in die Cleats kommen.. OK! Treten…, was sagt das Antriebssystem, springt die Kette raus? Nein. Puuh OK. Ups, aber der Aerolenker ist verbogen und ich kann bis auf drei Gänge hinten nicht mehr schalten. Aber egal. Antreten wird dadurch ein bisschen schwieriger, aber ich bin ja nur noch 8km vor dem Ziel. Eine Star Wars Szene (bei 7:54) geht mir durch den Kopf. „Bin fast da“. Jetzt nur nicht abschießen lassen. So trudele ich in Trance und mit unbändigem Willen die letzten 8 km in die Wechselzone….

T2

… wo mich mein Sohn und seine Mutter anfeuern.

RUN

Am Anfang denke ich noch alles ist ok, aber ich schaffe es nicht wirklich an die insgeheim erhoffte 5er Pace ranzulaufen. Bei jedem Schritt merke ich dass meine Eingeweide sich sträuben. Das Gefühl fast wie bei einem Seitenstechen, nur mit leichter Übelkeit. Nachdem ich auch noch seltsame Geräusche beim Laufen mache (Stöhnatmung), ohne das mein Puls in einem dafür rechtfertigendem Bereich wäre, diagnostiziere ich mir also einen leichten Schock. Der Körper wehrt sich gegen mich. Hier rächt sich jetzt die schlechte Vorbereitung. Die Muskulatur scheint noch halbwegs in Ordnung, aber aus der Körpermitte kommt keine Kraft in die Beine, so als ob das Blut sich lieber zurückziehen möchte aus den Extremitäten. Ich versuche mich zu beruhigen und gehe ein paar Schritte bei allen Verpflegungspunkten. Hab meine Gels auch in der Wechselzone liegen gelassen, und steige jetzt auf Cola um.

Ich lauf immer langsamer. Um mich aufzumuntern versuche ich jetzt jeden Stöhner in einem anderen Ton von mir zu geben. So kommt am Anfang eine kleine Tonleiter zusammen, irgendwann bin ich wieder bei der Star Wars Melodie. Nach der dritten Runde (also eineinhalb Stunden später) wird es langsam besser und ich werde wieder schneller, aber da bin ich schon mit einer 6er Pace zufrieden. Ich muss immerhin nicht mehr an den Verpflegungspunkten gehen. Für den letzten KM kann ich mich noch zu einer 5:24er Pace motivieren und es reicht auch zu einem kleinem Schlussspurt.

Und dann habe ich es geschafft.

Ich bin ein BerlinMan!

5:30:49 0:40:07(307) 2:52:41(339) 1:58:01(405)

Hamburger Urbanathlon – MEIN sportliches Highlight

Ein Gastbeitrag von Claudia Gösche über den Hamburger Urbanathlon

Endlich war es soweit – der ersehnte Tag war angebrochen und zudem noch bedeckter Himmel, nasse Straßen und kaum mehr als 15 °C. Das perfekte Wetter für eine Laufveranstaltung. Keine gewöhnliche Veranstaltung – nein, es war der Hamburger Urbanathlon. Am Hafen sollen auf einem  11km langen Rundkurs nicht nur  1000 Stufen überstiegen sondern auch noch 12 Hindernisse überwunden werden.
Auf dem Weg zum Hafengelände, zur Fischauktionshalle sah man schon von weitem das Ziel und auch eines der Hindernisse. Einige  Urbanathleten kraxelten  eine blaue Wand mit weißen Stufen hinauf – den Sea Fright. Damit brach bei mir die Vorfreude gänzlich aus und Spannung stieg ins Unermessliche. Doch am Veranstaltungsgelände angekommen, trat auch schon die erste Ernüchterung ein. Dass groß angepriesene Event entpuppte sich zu einer familiären Veranstaltung. Wir fanden ein Gelände mit kleiner Bühne vor, ein paar Sportveranstalter machten Werbung und dann kamen auch schon die Startblöcke. 4000 Athleten werden nach ihrer schnellsten 10km Zeit in insgesamt 7 Startblöcken aufgeteilt. Die Starts sollen in 5 Minuten Abständen erfolgen. Beim Abholen der Startunterlagen konnten wir ein weiteres Hindernis erblicken – die Halfpipe. Wir grübelten wie wir denn da hoch und wieder runter kommen sollen, bis wir erfuhren, dass die Halfpipe noch im Aufbau war und die Seile fehlten. Erleichterung trat ein – Puh…
Nach dem Umziehen, dem Verstauen der Klamotten und der sonstigen Vorbereitung wie Startnummer befestigen usw. lief ich mich warm. Ich fragte mich erst jetzt, ob das Warmlaufen denn für solch einen Wettkampf ausreiche und was ich denn für eine Zeit laufen will. Und schon befand ich mich in meinem Startblock. Mit über 650 Läufern  startete ich um 16:10 in Block C. Und mir voraus waren schon über 1300. Das wird Stau geben…und ab geht’s…
Nach einem guten Kilometer warmlaufen kam auch schon das erste Hindernis – Happy Dumpster (Schiffscontainer). Ich hatte mir keine Technik überlegen können, um diese 3 Meter hohen Container zu überwinden. Also schaute ich kurz den Anderen zu und suchte mir eine Lücke zum „irgendwie hochklettern und nicht schon am Anfang wehtun“. 100 Meter weiter kam auch schon das nächste Hindernis – die Truck Torture. Ich ziehe selten den Kopf ein, doch hier war es unbedingt nötig um unter den THW-Trucks durchkriechen zu können. Da waren es nur noch 10…
Bevor die Athleten wie Affen durch den Monkey Business klettern, mussten wir die ersten Treppenstufen und Höhenmeter überwinden. Dabei versuchte ich die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Beim Hindernis angekommen war auch schon der erst Stau. Hier konnte ich kurz durchatmen. Am Gerüst angekommen sprang ich von einer Erhöhung ans Baugerüst und griff die erste Strebe. Doch der Umfang war zu groß und ich rutschte ab. Ein erneutes Hochspringen war nutzlos, ich war zu klein – Sch… Egal, weiter…
Bei Kilometer 4 hatte ich endlich eine Zwischenzeit. Mh – mit 22 Minuten Ungrad konnte ich sehr zufrieden sein. Nur nicht zu schnell, dachte ich – noch sind es über 900 Stufen und 8 Hindernisse. Die Wallstreet war eine 2 Meter hohe Wand und eines der leichteren Hindernisse. Mit Schwung und einem großen Satz drüber und weiter. Und da war sie auch schon. Von weitem sah sie klein aus. Doch je mehr sich der Stau lichtete und ich ihr näher kam, desto mächtiger wurde sie – die Halfpipe: Ein Moderator schrie stets, dass die Sportler sich gegenseitig beim Hochziehen helfen sollen; eine Kamera stand auf dem Dach und filmte ununterbrochen; ich war voller Adrenalin, grinste über beide Ohren… Links der Halfpipe gab es die Pussy-Lane – für diejenigen, die sich nicht über das Hindernis wagten oder die einfach nur ein richtig geiles Foto wollten. Der Vorteil: sie sparten enorm an Zeit, der Nachteil: sie waren triefend nass. Denn die Pussy-Lane bestand aus einem Kinderswimmingpool mit Wasser gefüllt. Wegen der Zeit kam mir auch kurz der Gedanke, denn nach 2 min Wartezeit war ich noch nicht wirklich weiter gekommen. Doch ich dachte mir „Ganz oder gar nicht“. Nach über 4 Minuten und einem blutigem Knie, hatte ich die Halfpipe endlich überwunden – auf zum Jump and Crawl. Ich hatte zwar die Beine schon gespürt, doch es war eines der leichteren Hindernisse. Und wer die Veranstaltung nicht ganz so bissig genommen hatte, konnte auch die Aussicht entlang dem Hafen auf dem Weg zur Sand Bag Attack genießen. Die Schwierigkeit hierbei lag wohl ehr an dem sandigen Untergrund als das Tragen des 10 kg schweren Sandsacks. Doch das war nicht genug. Kaum war diese Hürde geschafft, kamen die Höhenmeter und die angekündigten, gefühlten unendlichen Treppenstufen. Nach ein paar Stufen bergauf erhoffte ich mir hinter jeder Kurve ein bergab – doch das trat selten ein. Da spürte ich die Müdigkeit und Erschöpfung in meinen Beinen und auf der Uhr. Von einem 5er-Schnitt pro km bin ich auf einen 6er-Schnitt gefallen. Doch das lag wohl auch an der Wartezeit an der Halfpipe. Auf das 8. Hindernis freute ich mich schon im Vorfeld – the Tyrenator – das Übersteigen von LKW-Reifen. Hier bestand großes Verletzungspotenzial. Doch mit viel Konzentration und Spaß an dem Wettkampf gelang nicht nur das heile Durchkommen, sondern auch ein schönes Erinnerungsfoto. Die letzten 3km standen an, die Zeit war mittlerweile zweitrangig geworden und die letzten Stufen und Anstiege waren zu meistern. Doch vorerst musste Lucifer´s Staircase überwunden werden, wo 8 – 15 Paletten zu einer Art Treppe ohne Stufen übereinander gestapelt waren. Die restlichen Reserven wurden noch mobilisiert, bevor die letzten 2 Hürden anstanden: der schon erwähnte Sea Fright und der Traffic Jam. Hier wurden 2 Riesencontainer gestapelt die zu bezwingen waren. Die aller letzten Stufen und noch geschwind über 3 Autoreihen gehüpft und ein letzter Sprint ins Ziel…Jetzt bin ich eine Urbanathletin!

Überglücklich und in einer passablen Zeit von 1:06h konnte ich verletzungsfrei alle Hürden meistern.
Am nächsten Tag mal in die Wertung geschaut: WOW – im Gesamten bin ich von 4000 Athleten 725. geworden und von 339 Frauen sogar 16. Da macht sich das dreimalige Training pro Woche beim Fit-Ka von Moritz Cramer (siehe Facebook) echt bezahlt.
Ob ich nächstes Jahr wieder dabei bin? Wenn ich wieder so viel Glück habe und einen Freistart für Hamburg gewinne dann mit Sicherheit :-)
Und jetzt heißt es, den Erfolg genießen und ein wenig ausruhen.

BerlinMan Triathlon – In den Letzten Zügen der Vorbereitung

Noch zweieinhalb Wochen bis zum Saisonhöhepunkt in meinem ersten Jahr als Triathlet, der Mitteldistanz beim BerlinMan Triathlon. Meine Aufregung ist groß, und um ehrlich zu sein habe ich ein bisschen Angst. Sicherlich gehe ich nicht komplett unvorbereitet an dieses Unterfangen. Aber eine strukturierte Vorbereitung war da jedenfalls nicht.

Wenn ich meinen „Wunsch“trainingsplan und das Trainingstagebuch betrachte, dann haben die so viel miteinander zu tun, wie ein Rezept von Johann Lafer und eine Currywurst beim Imbiss um die Ecke. Sowohl bei den zeitlichen Umfängen, den Intensitäten als auch bei der Art des Trainings habe ich ein komplett anderes Programm gefahren. Die Lust und der Wille, die ich noch im letzten Jahr empfand um mich einem höherem Ziel hinzugeben, wollte sich einfach nicht einstellen. In meinem Hinterkopf ist immer so eine Stimme, die sagt: „Du bist doch kein Profi, musst das Ganze nicht so ernst nehmen!“ Dabei trainiere ich sehr wohl fast jeden Tag, aber immer nur das worauf ich grade Lust habe und auch nur solange wie ich grade Lust habe.
Sinnvolle Koppeleinheiten: kaum. Lange Radausfahrten über 100km: Eine! Intervalle oder Tempodauerläufe keine. Nur bei der Anzahl der Testwettkämpfe habe ich ordentlich was zu verbuchen. Die sind naturgemäß dann auch alle recht durchwachsen gelaufen.

Am letzten Wochenende habe ich sogar zwei Testwettkämpfe gemacht. Am Samstag eine Sprintdistanz beim Wassersupper Triathlon und am Sonntag nochmal über die olympische Distanz beim Kallinchen Triathlon. Am Samstag habe ich versucht ganz locker zu machen um nicht zu viel Kraft zu lassen für den nächsten Tag. Die Temperaturen mit 35°C am Wochenende taten Ihr übriges dazu. Auf der anderen Seite muss man ja auch im Hinterkopf haben, dass beim BerlinMan, es über das Doppelte gehen wird. Das heißt, ich muss so ein Wettkampf Wochenende halbwegs wegstecken können, wenn ich sie nicht voll durchziehe. Und das tat ich nicht, weil, ich konnte es auch nicht.

Wassersuppe
(0,5-18-5)
18.08.2012
Kallinchen
(1,5-39-10)
19.08.2012
00:10:08 0:35:21(184) (Katastrophe!)
00:32:56 1:12:15(127)
00:23:02 0:47:50( 76 )
01:06:07 (32 / 64) 2:35:26 (109 / 265)

Die Ziele für den BerlinMan beschränken sich also auf ein halbwegs gutes Durchkommen.
Also, habe ich eine Wunschzeit? Spontan würde ich auf jeden Fall unter 6h30 Stunden sagen, aber da hat mich jemand letztens ausgelacht, und mir gleich was unter 6h prognostiziert. Aber in diesem Jahr habe ich bei der BIG25 schon schlechte Erfahrungen mit zu optimistischen Prognosen gemacht, so dass die Wahrheit (hoffentlich) in der Mitte liegen wird.

Durch die Wettkämpfe weiß ich auf jeden Fall wo meine Schwächen sind, die meine Renntaktik bestimmen werden.

Schwimmen: Bei Neopren Verbot muss ich ganz doll aufpassen. Jetzt am Sonntag beim Kallinchen kam ich genauso wie auch in Storkow, wo es auch Neoverbot gab, überhaupt nicht in den Rhythmus. Hab mich verschluckt, konnte nicht richtig atmen und musste zwischendurch viel Brustschwimmen. Der erhöhte Beinschlag nimmt mir auch noch zu viel Luft. Und das Gedränge kann ich ohne Neo überhaupt nicht ab. Das haut auch immer psychologisch rein. Weil mit Neo komme ich fast im vorderen Drittel aus dem Wasser. Ohne eher im letzten Drittel.

Positiv: Wenigstens schwimme ich jetzt halbwegs grade, und die DLRG muss mir nicht mehr den Weg zurück zum Feld zeigen.

Beim Radfahren fehlen mir wie gesagt die Umfänge, auch wenn ich prinzipiell 90km irgendwie schaffen werde, ist immer noch meine größte Schwäche jegliche Steigung. Und Steigung geht beim mir ab 0,6% – 0,8% los. Schon hier muss ich vermehrt Kraft aufwenden und Druck auf die Pedale geben. Dementsprechend ist auch im Flachen eine Durschnittsgeschwindigkeit von knapp über 32km/h das Maximum. Für den BerlinMan, mit der 4x der Havelchausse wird das eher nicht zu erreichen sein. Auf jeden Fall werde ich bei jeder Steigung sehr locker machen und im niedrigsten oder zweitniedrigsten Gang fahren, was teilweise Schrittgeschwindigkeit bedeutet.
Positiv: Ich hab mich mit einer neuen Sizpoistion ganz gut an den Aerolenker gewöhnt. Auch wenn mir am Anfang der Rücken wehgetan hat, meine Finger taub waren. Fürs Rennen werde ich ein bischen mehr Komfort einstellen.  Und bergab bin ich schnell! 😉

Damit sollte hoffentlich dann die Kraft auch für die Laufstrecke reichen. Hier wird es darum gehen die ersten zwei drei km extrem ruhig zu machen, und sollte sich was regen dann weiterhin zurückzuhalten. Alles zwischen 5er und 6er Pace ist gut.
Positiv: Hier baue ich auf meine Erfahrungen als geübterer Läufer.

Also als konservative Vorgabe steht dann 1h Schwimmen + 3h30 Rad + 2h Lauf = 6h30!
Vielleicht ist auch mehr drin!?

Es sind ja zwei Wochen Training, und dann 4 Tage tapern.
Würde mich freuen Euch auf der Strecke zu sehen! :-)

P.S.
Um der Unstrukturiertheit zukünftig vorzubeugen bin ich jetzt einem Verein beigetreten.
Seit Sonntag bin ich Mitgleid beim Triathlon Team Berlin e.V.

Sommer, Palmen und ein Triathlon auf griechisch!

Ein Gastbeitrag über einen Triathlon auf griechisch von Kostas Monetas aus dem Urlaub.

Eigentlich wollte ich nur ein gebrauchtes Merida Scultura SE 2008 mit SRAM Force für 700 EUR in Griechenland kaufen. 2 1/2 Wochen vorher wurde mir dann mitgeteilt, dass die geplante Testfahrt ein Triathlon sein wird. Sprintdistanz (750m/20km/5km). Kenn ich! Habe ich schon mal vor 10 Jahren gemacht… also kein Problem. Viel wichtiger war das günstige Rad.

13 Tage vorher packte mich dann doch der Ehrgeiz, schließlich wollte ich eine gute Figur als einziger Ausländer bei der Veranstaltung machen. Also begann ich nach langer Ausdauerpause mit einem Trainingsläufchen von 15km. Damit nicht genug, ich fühlte mich noch wohl. Also ab aufs Rad und noch einmal 35 km als Koppeltraining nachgeschoben. Ausgelaugt endete das Training um 20.00 Uhr in der Kneipe. Auf Grund von starkem Regen und viel Bier endete die Kneipe um 07.00 Uhr mit einer 4cm Stirnplatzwunde im St. Joseph-Krankenhaus. 5 Mal genäht und ab dem 8. Tag getaped. Somit war das weitere Training auf Eis.

Also ging es ohne Vorbereitung nach Griechenland.

Ein Tag vor dem Wettkampf wurde mir dann mitgeteilt, dass das Rad bereits seit ein paar Tagen verkauft sei. Hier beginnt die griechische Lässigkeit, die sich durch sämtliche sozialen, organisatorischen und politischen Strukturen zieht. Also wurde schnell ein kostenneutrales Leihrad besorgt. Ein Ideal Alloy 7005 mit Shimano 105 Gruppe und Fulcrum 7 Laufrädern. Der Rahmen war eine Nummer zu groß für mich aber für 20km geht das schon.

ärztliche Genehmigung?

Die nächste Überraschung folgte. Ein Freund fragte mich, ob ich eine ärztliche Genehmigung für Sportveranstaltungen hätte. Nee, dafür ist in Deutschland jeder selbst verantwortlich. So etwas bräuchte ich aber für die Teilnahme. OK, also ab zum Arzt…

Das griechische medizinische Versorgungssystem ist am Ende, die Kassen sind pleite. Jahrelang wurden Rollstühle, Gehhilfen, Prothesen und Sehhilfen an gesunde Menschen verschrieben. Ganz zu schweigen von unnötigen Medikamenten. Profitieren tat dabei jeder. Patient, Arzt, Apotheker und Pharmakonzern.

Auf Zakynthos z.B. erfasste die Statistik von 38000 Einwohnern 700 Blinde (das 10-Fache des Durchschnitts), die sich somit eine frühere Rente gesichert haben. Wer es nicht glaubt, einfach google’n. “Insel der Blinden“.

Nun behandeln die meisten Ärzte nur noch gegen Bargeld, Krankenkassenkarten sind wertlos.

Aber zurück zu meiner ärztlichen Genehmigung. Eigentlich hatte ich für das Schreiben eine Preisvorstellung von 15-20 EUR avisiert, ohne Untersuchung. Der Arzt forderte mich jedoch auf, mich auszuziehen und er überprüfte so ziemlich alles mit seinen unmodernen Schwellenlandgeräten. EKG, Ultraschall und geschulter Blick kosteten mich mit dem notwendigen Dokument 50 EUR. Viel Geld, aber das Dokument ist ja 2 Jahre gültig. Für meine Krankenkasse wollte ich dann eine Rechnung haben. Falsche Frage! Mit Rechnung kostet mich die Untersuchung dann 150 EUR !!! Aha, antwortete ich, der Herr Doktor führt also 200 % Steuern an den Staat ab? Antwort des Arztes: “Wollen Sie nun 50 oder 150 EUR für meine Arbeit bezahlen?”. Nun gut, machen wir es also wie die Griechen.

Zurück zum Sport

Am 29.07.12 um 08.00 Uhr war es dann soweit. Noch 30 Minuten bis zum Start. An der Strandprommenade von Kyparissia (süd-westl. Peloponnes) war die Wechselzone aufgebaut. Jetzt mußte ich mich nur noch anmelden. Hoffentlich sind noch Restplätze vorhanden. Die ärztliche Bestätigung und das Formular hatte ich ja. Es gab eine Badekappe mit Nummer und ein Startnummernband vom Veranstalter. Startgeld wollte man keins haben. Das scheint wohl generell bei Sportveranstaltungen so zu sein.

Die Wechselzone war für ca. 50 Teilnehmer ausgelegt. Am Start waren letztendlich ca. 50 Männer und Frauen. In der Wechselzone nahm ich die Materialschlacht wahr. Specialized S-Works scheinen hier weit verbreitet zu sein. Geld ist also vorhanden.

Der Veranstalter erklärte uns die Strecke. Parallel zum Strand sollte die Schwimmstrecke entlang der Bojen gehen. Die Rettungskajaks positionierten sich schon an den entsprechenden Bojen. Auf die Frage eines Teilnehmers, wie oft die Strecke geschwommen werden müsse, entschuldigte sich der Organisator bei den Teilnehmern, beschimpfte die Kajaks und sagte, dass dies ja die 300m Strecke für die Jugendlichen sei. OK, wir laufen also wieder zurück an eine andere Stelle. Von hieraus 4 Bojen mit Fahne. Die ersten Zweifel an der Schwimmstreckenlänge kamen auf. Die Fahne dahinten am Horizont auch? Ja…

Na denn auf! Der Start, 08.30 Uhr!

37 Grad Luft, 24 Grad Salzwasser, >50cm Wellengang und zum Glück keine Quallen.

Durch den Wellengang wurde man immer wieder stark abgebremst. Auf Grund mangelnden Trainings entschloss ich mich ab Boje 1 im Brustmodus weiter zu schwimmen. Immer wieder schluckte ich in den Wellen das salzige Wasser, hielt mich aber gut. An Boje 3 wurde vor mir geflucht. Ein GPS-Uhren Besitzer stellte fest, dass er bereits 800m geschwommen sei. Anscheinend hat der Bojensetzer die Ausschreibung nicht gelesen. Es waren noch min. 200m bis zum Strand. Im Gegensatz zum seichten Einstieg war der Ausstieg sehr steil, so dass ich 3m vor dem Strand fast einen Krampf in der Wade beim ins Leere Treten zuzog. Auf zum Rad. Schnell noch das Bretterbude Berlin Trikot drüber geworfen. Kurzer check: Getränk, Sonnenbrille, Helm… alles dabei. Auf geht’s.

Entlang der asphaltierten Strandpromenade ging es nach kurzer Fahrt bergauf in die Stadt. Von hier aus weiter auf einer Landstraße mit Schlaglöchern.

Auch dies ist ein großes Problem in Griechenland. Bei staatlich geförderten Baumaßnahmen werden immer wieder entgegen der Absprachen durch die Baufirmen mangelnde Materialien verwendet, die zwar die Ausgaben der Baufirmen niedrig halten aber sich nicht auf das Auftragsvolumen niederschlagen. Die 20km Radstrecke wurde durch je einen Polizisten an der Wendemarke und einen an der Promenadenzufahrt abgesichert. Ansonsten blieb der Verkehr drin. Autofahrer haben kein Verständnis für Radfahrer und nehmen nicht einmal Rücksicht bei Sportveranstaltungen. Um Schlaglöchern auszuweichen musste man teilweise 3m vom Fahrbahnrand entfernt fahren. Die vorbeifahrenden Autofahrer begrüßten dies mit wüsten Beschimpfungen und Hupen. 1,50m Seitenabstand kennt hier auch keiner.

Zurück in der Wechselzone leerte ich vorausschauend noch schnell meine verbleibenden 150ml Wasser und rannte durch die Hitze los. Die Laufstrecke war überwiegend asphaltiert und ein kurzes Stück ging es über Feldwege. Nach ca. 2000m der erste Verpflegungspunkt. Endlich, wird auch Zeit. Nur gab es dort nichts mehr. Wie sich später herausstellte, wurden dort nur 4 Sechserträger 0,5l Wasser ausgegeben. Schieße, also weiter. Nun begann ich bereits zu Zweifeln ob ich es bei der Hitze (mittlerweile gefühlte 42 Grad) bis ins Ziel schaffe.

Nach Rundenende wurde mir zum Glück eine 0,5l Flasche gereicht. OK, ein bisschen was über’n Kopf und ein paar Schlückchen. Den Rest gibt’s auf den letzten 1000m. Die Laufstrecke ins Ziel war zugleich die Zufahrt zum Strandparkplatz. Dieser wurde bereits stark frequentiert, so dass mein Zieleinlauf als Hindernislauf zwischen den Autos endete. Nach 01:37:00 h gab es endlich genug Wasser für mich. Als 8er AK 30 und 20er in der Gesamtwertung Männer war ich zufrieden.

Eine Urkunde gab es ausschließlich für die drei Klassenbesten.

Fazit:

Die Organisation spiegelt das politische und soziale System wieder. Das Manjana-Syndrom ist allgegenwertig.

Die Schwimmstrecke schien 1000m gewesen zu sein, die Laufstrecke kam mir eher wie 7500 m vor und die miserable Radstrecke mit Verkehr ließ mich um mein geliehenes Material und mein körperliches Wohlbefinden bangen. Die Hitze ist die größte Belastung. Zum Glück hatte ich eine 750ml Flasche am Rahmen. Für das nächste Mal werde ich zum Laufen noch eine 0,5l Flasche mitnehmen, ein bisschen trainieren und in der Materialschlacht mitmischen. Dann steht einer Platzierung im 1. Drittel nichts im Wege.