Der seelische Niedergang seit der BIG25

Was bisher geschah: Unser Parkläufer kämpft sich trotz einer Knieverletzung langsam aber sicher zurück ins Sportler Leben. Der Umstieg auf das Trithlontraining hat eine Traingskontinuität ermöglicht und ihn vor eventuellen laufentzugsbedingten Depressionen bewahrt. Die Ergebnisse der ersten Wettkämpfe waren nicht überragend aber auch nicht katatstrophal, auf jeden Fall genug um langsam von mehr zu träumen. Die Abende verbringt unser möchtegern Rocker in Clubs und frönt dem Hefegetränk, dass so schön prickelt in Ihrem Bauchnabel. So fand er auch in seinem Privatleben kürzlich neue Herausforderungen und an der beruflichen Front winkt auch eine neue Aufgabe. Alles gut möchte man meinen, aber für unseren semi professionellen Narzissten nicht gut genug, so konnte es also nur schlimmer werden … so kam es zum seelischen Niedergang.

Frau Doktor war für zwei Wochen weg, sie hat da noch Verpflichtungen aus Ihrem letzten Kapitel. Sie muss jetzt eine Expedition machen. Dagegen ist ja nix einzuwenden und ich finds ja auch toll wenn Frau Doktor sich dem Weltfreieden oder auch der Population der Wüstenfüchse in der weissen Wüste widmet, jedoch muss das doch nicht zusammen mit Schleimschlitzohr Herr Kurzacker sein… Ihr EX Freund aus Studienzeiten, und ich habe auch keine Lust, dass Sie mir dann wieder die Mails vom einem hormongetriebenen marrokanischen Expeditionsleiter auf Brautschau zeigt… Brauchen intelligente Frauen das wirklich? Gibt es da wirklich keinen Unterschied in unserem geschlechtlichem Bestätigungsverhalten? Mein nächster Marathon ist dann Bangkog, mit nem kleinem Abstecher nach Phuket… Dann krieg ich dann auch Liebesmails: „Dear Milosz, i miss u very much. My Mother is very ill, please send money for hospital. Btw I have good news for you, I am pregnant…”
Alleingelassen mit diesem Film vor Augen, habe ich mich also wieder aufs Training focussiert. Fahrtspiel, Tempolauf, Intervalle die endlich auf mehr zu hoffen liessen. Ich war zwar durchgängig müde, hab dann also zwei Tage getapert und einen Tag vor der BIG25 starte ich doch positiv gestimmt eine kleine Umfrage auf Facebook, was ich wohl laufen werde auf der HM Distanz.
Bestzeit ist bei 1h29, vor 5 Wochen bin ich ganz locker ne 1h38 gelaufen. Intern rechne ich also mit ner 1h32-1h34. Hole am Tag zuvor noch die Startnummer für Running Twin Marek ab, und treff mich morgens vor dem Olympiastadion zur Übergabe. Zur halben Aspirin amMorgen noch 2 Voltaren wegen dem Knie schlucken, Umziehen, Einlaufen, Brustgurtvergessen, zurück und im Startblock Gerald getroffen. Am Tag zuvor haben wir gesagt mit 4:30 angehen und sehen was kommt. So passiert es auch, der erste KM wird exakt bei 4:30 passiert. Bei km 2 treffe ich Marco Ast, er tippt heute auf ne 1:30 für mich, und Kumpel Erik Jahn greift heute die BZ auf den HM an, die liegt zur Zeit bei 1:38. Ich war ja beim Berliner Halbmarathon 10 sec schneller als die beiden, wo sie Ihre BZ gelaufen sind. Und damals empfand ich den Lauf als harte Traingseinheit. Es geht 2 km leicht bergab, ich lass laufen und bin bei ner Pace von 4:10. Ich achte aber schön auf mein Puls, so dass ich nicht in den kritischen Bereich über 175 komme. Ich überhol Erik und hab aber Gerald verloren. Nach dem leichten Abstieg ab km 5 geh ich wieder auf eine 4:30 pace zurück. Noch fühl ich mich super!

ABER DANN! Ab km 8 krampft bei jedem Schritt irgendwo der rechte Gesäßmuskel, ab km 10 war dann das ganze rechte Bein zu, als ob alle Energie abezogen worden wäre. Totes Fleisch quasi. Ab km 11 kam noch der untere Rückenmuskel dazu. Hier überholt mich jetzt Erik wieder. Nach dem Lauf im Tegeler Forst, wo ich über meine Schnürsenkel gestolpert bin, lässt er mich schon wieder stehen. Ich klage ihm mein Leid mit den Krämpfen und gestehe mit Krokodilstränen, dass ich wahrscheinlich am KuDamm bei der Ubahn aussteigen werde.
Nicht nur dass ich Krämpfe habe, aber irgendwie kriege ich nicht richtig Luft, wie ein Staubsauger der ein Loch im Schlauch hat und nicht richtig Leistung entwickelt. Ich fühle mich sooowas von total scheisse. Das rechte Bein zu, das linke fühlt sich aber noch taufrisch an. Was für eine Diskrepanz!
Ich bin mental am Boden und trabe ein bisschen weiter und will aussteigen, aber die Mitläufer und Zuschauer am Kudamm animieren mich zum weitermachen. Der Applaus als auch auch die mitleidigen Blicke aktivieren meinen Stolz und dann hab ich mich dann an auch diesen hammergeilen Zieleinlauf im Olympiastadion erinnert. So schleppe ich mich dann doch halb trabend und halb gehend langsam Richtung Ziel. Bei km 16 überholt mich Marek, der die volle 25 in einer 1h39:09 (sub 4:00 Pace!) gelaufen ist. Er ist zur Zeit in der Form seines Lebens! Ich versuche ein paar Meter mitzuhalten aber es ist hier noch aussichtslos. Erst bei km 18 kommmen dann die Kräfte wieder und ich kann wieder normal laufen. Die Uhr bleibt dann offiziell bei 1:44:11 stehen.
Im Zielbereich höre ich nur von neuen Betzeiten und bin innerlich am Boden zertört. Irgendwie ist mir nach weinen zu Mute und ich schäme mich ein bisschen für mein großes Maul im Vorfeld. Von wegen 1:34 ist locker drin. Ja, ich hab durchgehalten und hab nicht abgebrochen, aber mit dieser Zeit wär ich lieber zu Hause im Bett geblieben, so wie ich es an einem Morgen vor dem Wettkampf eigentlich immer will.
Die restliche Woche konnte ich mich kaum zum Training motivieren und hab mir dann eine Regenerationswoche verschrieben, um das ganze verarbeiten zu können.
Und auch dieses Minimaltraining habe ich schwerlich einhalten können. Eine geplante Ausfahrt habe ich auf die Rolle verlagert und bin konnte nicht mal die vollen 40 km fahren und ha nach 30km abgebrochen wegen Unlust und Müdigkeit. Geschwommen bin ich in der Oma und Kinderbahn.

ANALYSE:
Nach nun 10 Tagen wo ich verarbeiten konnte, ist auch Frau Doktor wieder da und alles ist fast wieder so wie es vorher war, naja … gestern hatte ich noch einen glimpflich abgelaufenen Motorradunfall, der mich dann wohl doppelt geerdet hat.
Aber summa summarum habe ich wohl die Erfahrung gemacht, dass mentale Fitness ebenso entscheidend ist wie die körperliche. Wenn Du was anderes im Kopf hast und das Kein Bock Gefühl sich tiefer und vor allem substantiell eingräbt, da muss man loslassen. Ja da muss man sich wohl mal wieder mit seinem besten Freund treffen, nen Kasten vernichten, viel lachen und sich wieder auf das wichtige im Leben konzentrieren. Manche gehen auch zum Mentalcoach oder Psychiater.
Auf der anderen Seite, klar habe ich auch in der Zeit unstrukturiert trainiert, bin vielleicht zu schnell angegangen und die Voltaren vorm Lauf sind auch ungünstig und es waren bestimmt auch zu viele Tempoeinhieten in der Woche vor dem Lauf.

Aber als Essenz nehme ich folgendes mit:
Wenn Deine Seeele zurückschaut, dann kann der Körper auch nicht wirklich nach vorne laufen.

Tja wieder was gelernt!

Über Schnürsenkel am Treppchen vorbeigestolpert

Morgens 7:45 irgendwo in Deutschland. Frau Doktor streicht mir sanft aber bestimmt durchs Haar. Ich lege einen mitleidsvollen Blick auf, ich will heute nicht, ich bleib heute im Bett, ich will weiterschlafen. Aber sie bleibt gnadenlos! Du hast schon das Startgeld bezahlt, und gestern hast Du auch schon nichts gemacht! Ja, gestern hatte ich ja auch noch weniger Schlaf als heute. In den letzten 3 Tagen nicht ganz 10h, das macht im Schnitt 3h pro Tag, und ich bin weiß Gott nicht Napoleon oder so. Und der musste ja auch nur Befehle geben, und nicht selber Laufen, höchstens Reiten, naja ok, musste ich auch….
Aber heute soll‘s doch regnen, ist mein letzter Versuch. Aber das Argument wird einfach ignoriert. Ist ja auch eines echten Läufers und baldigen Triathleten nicht würdig, und so hüpfe ich aus dem Bett und tue so, als ob ich nie so motiviert war wie heute. Vielleicht kann ich das Schlafdefizit ja mit meinem vermehrten Testosteronspiegel ausgeleichen. Zudem motiviert mich Frau Doktor ja seit einiger Zeit mit Ihrem unwiderstehlichem Charme das Rauchen endlich komplett einzustellen. Und erste Erfolge zeichnen sich langsam ab. Die Orgien und Feste haben sich ja schon seit ein paar Wochen im Zaum gehalten, sonst wäre es unmöglich gewesen Frau Doktors Intimdistanz zu überwinden. In der Summe bin ich also seelisch und körperlich ausgeglichen und da spricht eigentlich nichts dagegen heute den 35. Jedermannlauf mit lächerlichen 10km zu absolvieren. Die Strecke ist größtenteils aus dem letzten Jahr bekannt, Gerald hat sich gestern schon als Motivator angekündigt und da wir beide zurzeit die AK Wertung im Berlin Cup anführen, wird das bestimmt ein nettes Läufchen. (Allerdings nur weil wir bis jetzt alle Läufe gemacht haben, und die wirklich guten Läufer, ein bis zwei weniger haben)

Die Veranstaltung ist sehr nett gemacht und gehört fest in den Frühjahrskalender, und ich will eins der Highlights auf keinen Fall verpassen: Schmalzstullen! Jedes Jahr gibt es bei diesem Lauf des VFL Tegel sehr leckere Schmalzstullen. Das Starterfeld ist mit 142 Läufern beim 10km schön übersichtlich und von Gedränge kann nicht die Rede sein. Die Waldwege auf denen man in zwei Runden die Strecke absolviert sind breit und gut befestigt. Die Steigung in der Runde über 11 Meter ist verhältnismäßig lang gezogen so dass die nicht so in die Beine gehen wie zum Beispiel der Hügel beim Pankower Frühlingslauf letzte Woche. Ich hoffe also auf eine leicht bessere Pace als letzte Woche. So ne 4:15er Pace sollte heut drin sein.

Gerald ist mit seinen Söhnen angereist und sein großer hat schon den 5km Lauf mit fulminanter Leistung auf Platz 3 beendet. Ich treff beim Einlaufen meinen alten Vereinsfreund vor 20 Jahren Erik Jahn, der nach Jahren im Fußball und einem dort erlittenen Meniskusschaden wieder zum Laufen zurückgefunden hat, und auch Marko Ast zeigt sich auf der Strecke allerdings nur zum Training. Vor dem Start spricht mich noch eine Läuferin an mit der ich im letzten Jahr an der „Im Angesicht des Marathons“ Promoaktion im Rahmen des Berliner Marathons mitgemacht habe. Das war die Sache mit der Kamera auf dem Kopf. Sie hat die Kamera wohl nach 15km abgelegt und fand das alles nicht so toll, und dies und jenes…. Vor lauter Schnack habe ich dann vergessen meine Schuhe nochmal vernünftig zuzubinden und bin zum Start geeilt.

Der Start ist pünktlich um 10:00, die Strecke diesmal wieder die angestammte und ziemlich genau vermessen, zumindest laut meinem Forerunner. Ich geh recht zügig an und brems mich auf den ersten km ein bisschen, Gerald ist nicht weit von mir und schließt nach dem ersten km zu mir auf. Ich merk das ich mich heute ganz gut fühle und so laufen ich und Gerald die ersten km schön im Gleichschritt. Ich denke wow, heute könnte es ein spannendes Rennen zwischen uns werden, da ich bei jedem km eine kleine Reserve verspüre.

Aber dann ereilt mich das Pech, bei km 5 merke ich das mein rechter Schuh immer lockerer wird. Und kurze Zeit später ist der Schnürsenkel ganz auf. Ich muss stoppen, alles wieder festziehen, Schleife, Doppelknoten… bam 15 Sekunden weg und mein Kreislauf wundert sich mal ganz stark über den abrupten Abbruch und das Zusammenfallen des Lungenvolumens in der Bückhaltung. Gerald zwar noch in Sichtweite aber ich muss ihn ziehen lassen.

Als ich wieder Anlaufe meldet sich Erik von hinten, ich lass ihn an mich rankommen und wir laufen zusammen, aber auch dies bringt mir kein Glück, weil bei der nächsten kleinen Steigung sich der zweite Schuh meldet. Hier greif ich gleich ein, bevor der Senkel ganz aufgeht. Kurz runter und nur nochmal festziehen. Also jetzt auch Erik vor mir.

 

Km 5+6+7 sind also pacemäßig versaut, da ich sie 10 bis 15 Sekunden unter dem angepeilten Pace von 4:15 laufe.

Sowohl Gerald Gruppe als auch die in der ich mit Erik war sind noch in Sichtweite aber die vorhin erwähnte Reserve ist nicht mehr fühlbar. Ich bin aber wieder in einer so um die 4:19 unterwegs, was auch die Durchsschnittspace für den heutigen Lauf ergibt.. So geht es die letzten drei km bis zum Schluss. Und ich laufe mit einer offiziellen 43:17 ein. Mein Garmin hat beim ersten Halt die Autosstopfunktion ausgelöst und zeigt 43:03 an, so dass ich ziemlich genau weiß dass der erste Schnürsenkel 14 Sekunden gekostet hat.

Erik ist mit einer glatten 43:00 eingelaufen und Gerald mit einer 42:32 auf Platz 3 in der AK und damit wieder auf dem Treppchen. Ja das war im Bereich des machbaren.

War aber trotzdem ein schöner Lauf und wäre vielleicht noch ein schöner geworden, wenn ich nicht über meine Schnürsenkel gestolpert wäre. In dieser Woche kommen jetzt zwei Paar FLEXY LOCK LACES, elastische Schnürsenkel die ich für meinen ersten Triathlon brauche an. Sowas wird mir also nicht nochmal passieren!

Ich will doch endlich auch mal aufs Treppchen! 😀

 

Jetlag durch Zeitumstellung!

Kaum ein Wölkchen, Sonne, Außentemperaturen von 7,6°C, ideales Wetter über den Wolken, und auch drunter. Ich fliege, beziehungsweise ich renne leichtfüßig über ein Schäfchen zum nächsten Schäfchen und zum nächsten. Ich bin nackt und ich fühl mich gut! „Über den Wolken…. jo jo jo…. muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“

MIEEP, MIEEEP, MIEEEP … alles klar, ist wieder Wettkampfwochenende und ich schwebte grade wieder im Traumland. Und im Traumland scheint das Wetter genauso gut zu sein wie heute in Berlin. Also nochmal 5 Minuten Schlaf nachfassen und dann raus aus dem Bett zum Birkenwäldchenlauf in die Köllnische Heide.

Ich war ja in den letzten Tagen auch halbwegs brav gewesen, bis auf die angestammte Rocknacht im Sage Club am Donnerstag, die ich doch schon verstoffwechselt haben sollte. Sonst keinerlei Orgien absolviert oder anderweitig größere Schlafdefizite aufgebaut. Auch das Training war langsam wieder regelmäßig und ich konnte die Laufeinheiten mittlerweile auf 3 Mal die Woche ausweiten. An der Distanz und Pace muss ich noch arbeiten, mehr als 18 km sind nicht drin, aber vor drei Wochen war nach maximal 16km schon Schluss. Dafür gab‘s zwei Mal leichte 7*400 Intervalle. Der Rest sind wie gewohnt Radeinheiten und Schwimmen. Abgesehen von den weiblichen studentischen Augenweiden, die sich jetzt beim Frühlingswetter im Schwimmbad und im Park zeigen, machen mir grade die Radeinheiten auf einmal richtig Spaß! Ich hatte noch nie so effiziente GA1 Einheiten. 60km in 2h13 bei einem Puls von 134. Mensch das ist doch was. Den Puls so schön unten zu halten kriege ich mit Laufen in der aktuellen Form nicht hin. Und ich kriech ja schon wie eine Oma, aufgrund des Knieschongangs in einer 6:30 Pace.

Beim Gang ins Bad dann auf einmal der Schock!

Nein, keine Schönheit in meiner Dusche. Eher das: „Ach! Wer hat an der Uhr gedreht? ist es wirklich schon so spät? Soll das heißen, ja ihr Leut‘, mit dem Lauf ist nix für heut?“ – Zeitumstellung! Muss ja wohl so sein, dass das schöne Wetter auch negative Auswirkungen auf meinen Biorhythmus haben muss.

Das wäre ja schön scheiße wenn Gerald meine momentane direkte Konkurrenz im Berliner Läufercup gleich so gnadenlos an mir vorbeiziehen dürfte. Auch wenn er wohl schon in der tiefen Halbmarathonvorbereitung ist. Aber ich rechne mir bei mitspielendem Knie zum Saisonende noch einige Chancen aus.

Anziehen, zwei Müsliriegel in den Mund geschoben, und rauf auf die Chopper, und Gas geben!

Adlershof! Ich komme! — Und zwar zwei Mal!

Es gibt unter der PLZ nämlich zwei Waldstrassen. So bin ich zuerst in der falschen eingekehrt. Also Navi neu einstellen und auf ein Neues. Ordentlich Gas geben und dann am Ziel(?) ankommen. Aber wo ist denn das nun hier. Rumwuselnde Läufer leiten mich auf den letzten Metern.

Angekommen, bin ich aber erst mal schon mal fertig, will eigtl. wieder zurück ins Bett. Letztes Jahr hab ich den Lauf ja auch ausfallen lassen. Aber jetzt bin nun schon da und es sind noch 25min zum Start. Startnummer abholen, und irgendwie irgendwem irgendwohin zum Start folgen. Noch 15min zum Start. Hier und da ein Hallo an die Bekannten Läufergesichter. Beim Einlaufen Gerald eingesammelt. Und schon geht’s los.

Keine Ahnung wie die Strecke verläuft, aber die Bodenverhältnisse sind naturbelassen, was der Strecke Ihren Wald und Wiesencharakter verleiht. Da ich schon mal da bin, erinnere ich mich an die Zielvorgaben für heute: Auf jeden Fall schneller als im Britzer Garten! Auch wenn es auf der Trail Strecke eher schwer wird, wie mich angestammte Läufer warnen. Eher mit einer Minute langsamer rechnen.

OK, dann wenigsten an Gerald dranbleiben solange es geht. Aber schon bei km 2,5 denke ich ans aufhören, will zurück ins Bett! Warm und gemütlich, ja wie schön. Aber dann werde ich von einer weiblichen Jugend überholt. Ej! das habe ich irgendwie gar nicht gern. Also weiter! Kämpf alter Mann! Ich überhole, sie überholt, ich überhole, sie überholt… mittlerweile habe ich komplett die Orientierung verloren, obwohl das ein Rundkurs von irgendwie drei ein halb Runden ist. Gerald ist noch in Sichtweite, sie überholt, es ist km 8,5, ich sammle meine Kräfte für den Schlussspurt. Den starte ich dann bei 9,5 km sage ich mir. Bei km 9 zieht sie ab, ein Typ folgt Ihr lässt aber abreißen du bleibt 20 Meter vor mir. Mädel zu früh, denke ich mir. KM 9,3, ich leg jetzt auch ein Zahn zu, da ist der Zieldurchlauf, aber das muss doch noch weitergehen, da muss doch noch eine kleine Runde kommen. 50m vor dem „Zieleinlauf“ sehe ich Oli Spohn, er schreit mich an: „Milosz hol ihn Dir!“

Waas? ist schon Schluss, keine kleine Runde mehr, es fehlt doch noch ein halber km. Auf der Ausschreibung stand doch „traditioneller Rundkurs, exakte Vermessung, Waldwege, eben“. –> Jetzt verstehe ich :-/.

Na gut, Turbo eingelegt, Schlusssprint, Typen geholt. Das Mädel ist 100 Meter vor mir fertig gewesen. Taktik aufgrund von mangelnder Streckenkenntnis und Aufmerksamkeit flöten gegangen. Wie ein Kickoff Meeting in Übersee mit Jetlag eben.

Aber zur Gesamtstrategie:

Zeit: 42:52! 25sec schneller als der “Rock im Britz”. Vorgabe erfüllt! Gerald vor mir, aber nicht mehr so weit wie im Britzer Garten.
Also. Es geht aufwärts, der alte Mann kommt langsam wieder nach oben!

(M)Eine neue Laufuhr! – GARMIN FR 910XT

Heiko von “Laufe Marathon” hat im Oktober zu einer Blogparade aufgerufen mit dem Thema Laufuhr ja / nein und wieso. Das ist erst einmal ziemlich spurlos an mir vorbeigegangen, da mir nichts eingefallen ist was eine Ergänzung meinerseits gerechtfertigt hätte.

Das hat sich aber in den letzten Wochen mit der Fertigstellung meines ersten Grobentwurfs des Wettkampfplanes für das nächste Jahr geändert. Denn dort stehen eine paar Neuerungen für mich drin! Nach den guten Erfahrungen mit dem alternativen Schwimmtraining in diesem Jahr, habe ich nämlich zwei bis drei Aquathlons und ein bis zwei Triathlons mit reingenommen. Natürlich alles in der Kurzdistanz und erst mal ohne Zeitambitionen, da ich sonst die zwei Marathons (Hamburg und Berlin) als Saisonhöhepunkte wohl nicht schaffen würde.

Damit sind die Auswirkungen auf das Thema Laufuhr unübersehbar: Eine Laufuhr reicht hier nicht mehr wirklich aus. Man läuft ja nicht mehr nur, man schwimmt und fährt ja jetzt auch noch Rad.

Dass ich ausschließlich und nur mit Laufuhr unterwegs bin ist eigentlich nicht mehr der Erwähnung wert. Schon als Laufanfänger wurde ich, nachdem ich meine ersten anderthalb Stunden am Stück hinter mir hatte, infiziert von Pulsbereichen in denen man eigentlich trainieren soll. Und es waren die niedrigen, die schwierig einzuhalten waren und teilweise immer noch sind. Die Uhr als Tempo Bremse ist mir heute ein unverzichtbares Instrument zu Einhaltung der Trainingspläne. GPS zur Streckenaufzeichnung ist natürlich auch ein nettes Schmankerl. Immer wissen wo, und wie schnell man langläuft. Und wenn man eine neue Strecke ausprobiert, weiß man wo es langgeht und in welcher Richtung es zurückgeht.

Ich kann mich an dieser Stelle sowieso nochmals als Datenfreak outen, der sich jeden Morgen auf seine elektrische Waage stellt und in Wettkampfzeiten morgens den Blutdruck und den Ruhepuls erfasst und die Laktatwerte misst. Man mag mich für verrückt oder naiv halten, für jemanden der seinen Körper nicht kennt oder ihm nicht zuhört (trotz Yoga und Taiji), aber für mich als wissenschaftlich geprägten Menschen ist die Sammlung von Daten quasi angeboren. Ich habe die Empirie quasi mit der Muttermilch aufgesogen, sei es nur um die Behauptungen, die in den tollen Trainingsbüchern gepredigt werden für mich und meinen Körper zu widerlegen oder eben zu untermauern. Ich bin also mein eigenes Versuchskaninchen. Und das Schöne bei diesem Lauftechnikschnickschnack ist ja dass dies alles quasi wie von alleine und Zauberhand passiert. Einfach Uhr anlegen, Knopf drücken, loslaufen… that’s it!

Also Laufuhr ja!

Zur Zeit verwende ich ein ziemlich unbekanntes Modell, mit dem ich aber sehr zufrieden bin, da es mir alles liefert, was ich für meine Datensammlung brauche. Übertragung der Daten per USB an Sporttracks inklusive.

Die Globalsat GH625m. Sie ist zwar ein bisschen klobig, aber im Funktionsumfang entspricht sie bis auf die kodierte HF Übermittlung ziemlich genau dem was der Garmin Forerunner 305 bietet. Aber für gut und gern 60% des Preises. Ich hatte aber in den letzten zwei Jahren keine großen Probleme mit der HF Erfassung. Manchmal sind die Werte am Beginn einer Einheit ungewöhnlich hoch. Aber eine bisschen Spucke unter den Gurt hat das meistens behoben.

Mit meinen gewachsenen Anforderungen für den Triathlon fällt das Augenmerk jetzt auf Multisport Uhren

Meine zukünftige ideale Sportuhr ist wasserdicht (nicht IPX7 oder so) und so kann ich sie beim Laufen, Fahrradfahren und Schwimmen gleichermaßen benutzen.

Sprich beim Laufen krieg ich alles was ich jetzt schon hab:

  • Streckenlänge per GPS (möglichst intern, zusätzlich per footpod wäre auch nicht schlecht)
  • Pace
  • Herzfrequenz
  • Zeit
  • Intervallinformation: Zeit, Strecke und Pace des aktuellen Intervalls mit Zusammenfassung am Ende
  • etc, etc …

Beim Fahrradfahren zusätzlich:

  • Trittfrequenz
  • Wattmesssystem

Beim Schwimmen zusätzlich:

  • Anzahl der Bahnen
  • Anzahl der Schwimmzüge
  • Schwimmstil

Mehr brauche ich nicht! Alles andere inklusive Höheinformationen macht dann die Sporttracks Software oder das Analyseportal. Und schick muss die Uhr für mich auch nicht wirklich aussehen.

ABER so etwas gibt es (noch) nicht! Jede Uhr die ich mir so angeschaut habe deckt nur einen Teilbereich ab. Unterschiedliche Uhren je nach Sportart sind eigentlich nur beim Training eine Option. So könnte man zum Beispiel die Polar RCX5 oder Garmin 310XT, 610 für Laufen und Fahrrad und beim Schwimmen mit dem Swimovate Pool-Mate PRO oder dem Finisinc Swimsense kombinieren. Aber das mit der HF Messung im Wasser kann wohl nur Polar und Suunto so richtig, mit meiner alten Polar A1 hab ich es erfolgreich getestet.

GARMIN FR 910XT

Die Uhr die meinen Vorstellungen am nächsten kommt ist die Garmin FR 910XT, die nur noch ein kleinen Nachteil hat: Die Herzfrequenzmessung funktioniert nicht unter Wasser. Ob ich mir dann doch einfach meine Polar A1 zusätzlich umschnalle?

Aber ich möchte bei meinem ersten Aquathlon/Triathlon Wettkampf schon möglichst nahtlos von einer Sportart in die nächste kommen. Die Aufregung wird ohnehin schon groß genug sein, dass ich mich nicht mit Brustgurtwechseln und ähnlichem rumschlagen möchte. Und die Sportart wechselt man wohl bei der 910XT wohl nur mit einem Knopfdruck.

Ich denke das mit der Garmin FR 910XT man schon ein Wunderwerk der aktuellen Technik in die Hand bekommt. Die fehlende HF Übertragung unter Wasser ist wohl der geforderten WIND Produktkompabilität zuzuschreiben. Vielleicht liest das ja jemand von Garmin und schickt mir das Wunderding der Technik ja mal zum testen. Ich bin gespannt ob sich meine Begeisterung sich dann so forstsetzen wird, wie ich hoffe.